Im Jahr 2026 wird die Digitalisierung des Gesundheitswesens entscheidend voranschreiten. Gemäß dem Leitprinzip ‚digital vor ambulant vor stationär‘ werden im Rahmen der eHealth-Strategie Österreich digitale Lösungen noch stärker in den Fokus rücken, um die Effizienz des Gesundheitswesens zu erhöhen. Mit der vollständigen digitalen Integration aller Ordinationen – von der Kassenpraxis bis zur Wahlarztordination – und den umfänglichen Ausbau von ELGA wird die Arztsoftware zur zentralen Drehscheibe aller Abläufe.
2026 steht dabei ganz im Zeichen des umfassenden Einsatzes künstlicher Intelligenz im Praxisalltag, sowie einer stärkeren, digitalen Befähigung der Patient:innen. Neue digitale Lösungen bieten dabei die Chance, Ordinationsabläufe effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern. Wir haben die 5 wichtigsten Entwicklungen 2026 für Sie zusammengefasst.
1) KI unterstützt Praxis-Routine
2026 ist das Jahr, in dem KI-Tools die Experimentierphase verlassen und zum wichtigen Effizienzfaktor werden. Die Arztsoftware kann den Praxisalltag mit neuen KI-Funktionen enorm unterstützen und entlasten. Besonders relevant:
- KI-gestützte Spracherkennung zur automatisierten Erstellung von Arztbriefen und Befundberichten
- KI-Vorschläge für eRezepte und Abrechnungsziffern
- KI-gestützte Identifikation der richtigen ICD-10 Diagnose-Codierung (als neuem verpflichtenden Standard) auf Basis eines Freitext
- KI-Assistenten für Telefonanrufe
- Intelligente Automatisierung von anderen Routine-Tasks
2) Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation auf neuem Niveau
Patient:innen erwarten eine medizinische Betreuung, die sich nahtlos in ihren Lebensalltag einfügt. Moderne Ordinationen setzen deshalb auf Plattformen zur sicheren, digitalen Kommunikation – und erhöhen damit auch die Effizienz:
- Sichere Messaging-Kanäle für Terminbuchungen und Rezeptanfragen, wodurch sich telefonische Anfragen deutlich reduzieren lassen
- Digitale Befundübermittlung an und von Patient:innen
- Digitale Fragebögen & Chat-basierte Anamnese-Vorbereitung, die Patient:innen bequem vor dem Besuch ausfüllen
3) Telemedizin wird tief in den Praxisalltag integriert
Telemedizin ist 2026 kein Zusatzangebot mehr, sondern fester Bestandteil der Patientenversorgung. Eine moderne Arztsoftware sollte intuitive, DSGVO-konforme Video- und Tele-Funktionalitäten bieten und alle damit verbundenen Daten und Informationen mit der Patientenakte integrieren:
- Integrierte Videosprechstunde im Praxis-System
- Chat-Sprechstunden für medizinische Kurzfragen
- Hybrid-Modelle: digitale Vorbereitung + persönliche Diagnose und Behandlung
4) Digitale Gesundheitsapps als Therapiebegleiter
In diesem Jahr befindet sich das österreichische Gesundheitssystem in einer entscheidenden Übergangsphase für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) -zertifizierte digitale Medizinprodukte, die Ärzt:innen verschreiben können, um Krankheiten zu erkennen, zu behandeln oder zu lindern. Das Jahr 2026 gilt als das Vorbereitungsjahr für den flächendeckenden Rollout:
- Bis Ende 2026 soll der vollständige gesetzliche und organisatorische Rahmen stehen.
- Ziel ist es, dass DiGA ab Januar 2027 regulär von Ärzt:innen verschrieben werden können.
5) Cloud-Software wird unverzichtbar
Durch den umfänglichen Ausbau von ELGA wird die Ordinationssoftware zur zentralen Drehscheibe im öffentlichen Gesundheitsnetz. Umso entscheidender ist es, auf moderne, zukunftsfähige Lösungen zu setzen.
Web-basierte Lösungen, sog. Cloud-Software, werden sich 2026 deshalb weiter durchsetzen. Sie verfügen über eine hohe Anpassungs- und Integrationsfähigkeit und bringen die Digitalisierung gezielt voran. Zu den wichtigsten Vorteilen web-basierter Software zählen:
- Zugriff auf die Software jederzeit und von jedem Gerät (Internetzugang genügt)
- Verarbeitung von Patientendaten in Echtzeit für bessere Zusammenarbeit
- Einfachste Integration mit anderen Anwendungen, Tools und Schnittstellen
- Hohe Anpassungsfähigkeit auf spezifische Anforderungen der Ordination
- Keine Installation von Hardware oder Software, keine Wartung – deutlich reduzierter IT-Aufwand




