Der Fachkräftemangel im österreichischen Gesundheitswesen ist längst kein Zukunftsszenario mehr, sondern Alltag. Ob Kassenordination, Gruppenpraxis oder Primärversorgungszentrum: Assistenz- und Pflegepersonal sind zunehmend schwer zu finden. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Qualität der Patientenversorgung; insbesondere Gruppenpraxen und Versorgungszentren müssen auch lange Öffnungszeiten personell abdecken können. In dieser Situation wird klar: Ordinationen müssen sich als attraktive Arbeitgeber positionieren, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu halten. Was in der freien Wirtschaft seit Jahren etabliert ist – Employer Branding – wird auch im Gesundheitswesen immer wichtiger.
Fachkräftemangel: Warum es alle betrifft
Österreich verzeichnet seit Jahren Engpässe bei medizinischen Fachkräften. Besonders betroffen sind Allgemeinmedizin, Pflege und Ordinationsassistenz. Gründe dafür gibt es viele: Ältere Patientengruppen benötigen mehr Betreuung, während gleichzeitig medizinisches Personal in Pension geht. Medizinische Tätigkeiten werden komplexer, Qualitätssicherung und Dokumentationspflichten umfangreicher. Und Privatkliniken und Gesundheitskonzerne bieten oftmals attraktivere Rahmenbedingungen. Die Folge: Ordinationen stehen zunehmend im Wettbewerb – nicht nur um Patient:innen, sondern auch um qualifizierte Fachkräfte.
„Employer Branding“: Auch im Gesundheitswesen immer wichtiger
In vielen Ordinationen ist das Selbstverständnis noch stark medizinisch geprägt: Die Versorgung der Patient:innen steht im Vordergrund, und das zu Recht. Doch erfolgreiche Ordinationen erkennen, dass sie gleichzeitig moderne Unternehmen sind, die Mitarbeiter:innen begeistern und binden müssen.
Employer Branding bedeutet, das eigene Team als wichtigste Ressource zu sehen und aktiv an der Arbeitgebermarke zu arbeiten. In der freien Wirtschaft hat sich das längst etabliert: Unternehmen investieren gezielt in Benefits, Arbeitskultur, interne Kommunikation und digitale Tools. Für Ordinationen heißt das: Wer heute ein attraktiver Arbeitgeber ist, sichert nicht nur seine personelle Zukunft, sondern steigert auch Effizienz, Teamstimmung und Patientenerlebnis.
Was eine Ordination für Fachkräfte attraktiv macht
Ob junge Berufseinsteiger:innen oder erfahrene Kräfte: Mitarbeiter:innen erwarten heute moderne, wertschätzende Arbeitsbedingungen. Dazu zählen folgende Faktoren:
- Flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Balance
Starre Öffnungszeiten und unflexible Dienstpläne schrecken ab. Modelle wie Gleitzeit bzw. flexible Start- und Endzeiten, Teilzeit-Optionen oder Schichtsysteme, die familiäre Aufgaben berücksichtigen und die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben stärken, können einen enormen Unterschied bei der Wahl des Arbeitgebers machen.
- Home Office– auch im Gesundheitsbereich möglich
Viele administrative Tätigkeiten wie Abrechnung oder Kassen- und Patientenkorrespondenz müssen nicht zwingend in der Ordination ausgeübt werden, sondern können auch an anderen Arbeitsorten bzw. im Home Office erledigt werden. Ein Angebot, das im Bewerbungsprozess oft positiv hervorstechen kann. Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine moderne, web-basierte Arztsoftware, die dem Ordinationsteam jederzeit einen sicheren Zugang zu Daten und Systemen in Echtzeit ermöglicht und die orts- und geräteunabhängige Zusammenarbeit unterstützt.
- Benefits und Zusatzleistungen
Anerkennung zeigt sich nicht nur im Gehalt. Beliebte Zusatzleistungen sind beispielsweise die Kostenübernahme für Fort- und Weiterbildungen, Essenszuschüsse oder Gratis-Snacks, Fahrtkostenbeiträge oder Gesundheitsangebote (z. B. Fitnesskooperationen). Viele dieser Angebote sind steuerlich begünstigt und somit kosteneffizient umsetzbar.
- Zeitgemäße Tools und Prozesse
Nichts frustriert mehr als veraltete Technik. Besonders die junge Generation erwartet an ihrem Arbeitsplatz eine moderne Arbeitsumgebung, die technologisch auf dem neusten Stand ist. Das Herzstück ist hierbei die Arztsoftware – sie sollte intuitiv sein und die Ordinationsprozesse durch Digitalisierung und Automatisierung unterstützen. Je effizienter die Ordination aufgestellt sind, desto mehr Zeit und Energie können Ordinationsteams in die Patientenbetreuung investieren.
Digitalisierung: Warum moderne Arztsoftware ein Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte ist
Digitalisierung ist nicht nur entscheidend, um das Gesundheitsweisen fit für die Zukunft zu machen, sie ist auch ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen den Fachkräftemangel.
Digitale Tools beschleunigen und optimieren Patientenaufnahme, Dokumentation, Termin- und Ressourcenplanung, Abrechnung, interne Kommunikation sowie die Kommunikation mit Patient:innen und anderen Akteur:innen des Gesundheitswesen. So entsteht Raum für das Wesentliche: Patientenkontakt und fachliche Arbeit.
Junge Fachkräfte erwarten zeitgemäße Software und Prozesse. Insbesondere web-basierte Software (sog. Cloud-Software) ist im alltäglichen Leben längst ein fester Bestandteil geworden. Eine Ordination, die auf digitale Lösungen setzt, wirkt professionell, innovativ und zukunftssicher. Digital unterstützte Prozesse machen die Zusammenarbeit effizienter und reduzieren Stress.
Konkrete Schritte: So werden Ordinationen zu attraktiven Arbeitgebern
- Analyse: Welche Vorteile bietet Ihre Ordination bereits? Wo bestehen Lücken? Ein anonymes Team-Feedback kann wertvolle Einblicke geben.
- Arbeitgeberversprechen: Was macht Ihre Ordination einzigartig? Familienfreundlichkeit? Moderne Technologie? Teamkultur?
- Arbeitsbedingungen: Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle, klare Verantwortlichkeiten und transparente Kommunikation schaffen Vertrauen.
- Zusatzleistungen: Kleine Maßnahmen können große Wirkung erzielen. Fachkräfte wollen sich weiterentwickeln – unterstützen Sie diesen Wunsch aktiv.
- Tools und Prozesse: Evaluieren Sie Ihre aktuellen Ordinationsprozesse und Ihre Arztsoftware. Bietet sie Effizienz und unterstützt sie die Digitalisierung? Erleichtert sie den Arbeitsalltag?
- Kultur: Regelmäßige Teammeetings, Feedbackgespräche und gemeinsame Aktivitäten schaffen Zusammenhalt.
- Kommunikation: Auf Website, Social Media und Jobplattformen sollte sichtbar sein, was Sie als Arbeitgeber:in bieten.
Fazit
Der Wettbewerb um Talente im Gesundheitswesen wird weiter zunehmen. Ordinationen, die frühzeitig in eine starke Arbeitgebermarke investieren, verschaffen sich klare Vorteile in der Gewinnung neuer Mitarbeiter:innen. Attraktive Arbeitsbedingungen, moderne Tools und eine klare Positionierung als wertschätzender Arbeitgeber sind wichtig, um Fachkräfte zu finden und langfristig zu binden. Die Arztsoftware ist hierbei ein wichtiger Faktor: Sie unterstützt nicht nur flexible Arbeitsmodelle und effiziente Prozesse, sondern trägt erheblich zu einer Arbeitsumgebung bei, die Fachkräfte begeistert.




