Seit 1. Jänner 2025 ist das Faxen von sensiblen personenbezogenen Daten und Dokumenten im österreichischen Gesundheitswesen verboten. Diese bedeutende Gesetzesänderung hat weitreichende Folgen für Ärztinnen und Ärzte. Doch warum ist das Fax so unsicher und welche Alternativen gibt es – und wie kann Ihre Ordination davon profitieren? Unser Artikel erklärt die wichtigsten Aspekte.
Warum das Fax nicht mehr sicher ist
Früher galt das Fax als verlässliches Kommunikationsmittel, doch mit der Digitalisierung sind gravierende Sicherheitsmängel sichtbar geworden:
- Keine Verschlüsselung: Faxgeräte senden heute nicht mehr über klassische Telefonleitungen, sondern über das Internet. Dadurch können sie als unverschlüsselte E-Mails im Postfach des Empfängers landen und sind damit anfällig für unbefugten Zugriff.
- Unklarer Empfang: Es gibt keine Bestätigung, ob ein Fax wirklich beim richtigen Empfänger angekommen ist. Eine fehlerhafte Nummerneingabe kann dazu führen, dass sensible Patientendaten in falsche Hände geraten.
- Verstoß gegen die DSGVO: Durch fehlende Verschlüsselung und unsichere Übertragungswege widerspricht das Faxen den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Dies kann für Ordinationen rechtliche Konsequenzen haben.
Welche Alternativen gibt es?
Für die Übermittlung sensibler Gesundheitsdaten und Dokumente müssen künftig datenschutzkonforme und sichere Kommunikationswege genutzt werden. Dazu zählen:
- Verschlüsselte E-Mail: Mittels S/MIME oder anderen Verschlüsselungstechniken können E-Mails sicher versendet werden. Ein Encryption Gateway kann in der Praxis eingerichtet werden, um den gesamten E-Mail-Verkehr automatisch zu verschlüsseln.
- Sichere Patientenportale: Patientinnen und Patienten können ihre Befunde direkt online einsehen, sodass keine Daten übermittelt werden müssen. Übrigens: Die Ärztekammer empfiehlt BefundExpress für den sicheren Dokumentenaustausch.
- A1 DaMe: Das Datennetz der Medizin ermöglicht eine sichere Übermittlung von sensiblen Gesundheitsdaten zwischen allen Akteuren über die e-card Infrastruktur sowie über einen normalen Internet-Anschluss.
- Elektronische Gesundheitsakte (ELGA): ELGA ermöglicht eine sichere und zentrale Speicherung von Gesundheitsdaten.
- Telemedizin & Messaging-Dienste: Videokonferenzen bieten eine direkte und persönliche Möglichkeit zur sicheren Kommunikation. Spezielle Messaging-Dienste für das Gesundheitswesen ermöglichen verschlüsselte Nachrichten.
Fazit
Das Fax hat im modernen Gesundheitswesen keinen Platz mehr. Die neuen Regelungen sind ein wichtiger Schritt für mehr Datenschutz und eine sichere, zukunftsfähige Patientenkommunikation. Sie sind letztlich unverzichtbar für die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens, wie die österreichische eHealth-Strategie sie vorsieht.
Für Ihre Praxis bietet die neue Regelung die Chance, auf digitale Lösungen umzusteigen, die nicht nur den gesetzlichen Anforderungen gerecht werden, sondern auch effizientere Abläufe und einen besseren Service für Patientinnen und Patienten zu bieten.
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